Frisch und mit Händedruck von Herzen

Ein Drittel der Salzburger kauft einen regionalen Christbaum

Retroschmuck ist heuer in auf Salzburgs Christbäumen, auch ist natürlicher Schmuck derzeit hip. Neben der Schmuckgestaltung ist vielen Salzburgern auch sehr wichtig, woher ihr Christbaum kommt. Für diesen Bedarf gibt es die ARGE Christbaum, österreichweiter Dachverband für bäuerliche Christbaumproduzenten. Ihren Bäumen kann man beim Wachsen zusehen.

50.000 Bäume stellen die Salzburger Christbaumbauern jedes Jahr bereit. Das ist immerhin schon ein Drittel des Bedarfs in Salzburg. Vorwiegend sind es Tannen, um schließlich als frischer Christbaum für leuchtende Augen zu sorgen. Die Nordmanntanne ist der Österreicher beliebtester Christbaum. Sie stammt nicht aus dem Norden, sondern wurde nach Alexander von Nordmann benannt. Der finnische Biologe hat diesen Baum, der später eine weihnachtliche Erfolgskarriere anstrebte, entdeckt.

Als Entdecker hat auch Nikolaus Egger aus Göming mit der Christbaumzucht begonnen. Er hat schon vor vielen Jahren Christbäume im Haupterwerb gepflanzt, und mittlerweile ist sein Sohn der Betriebsführer. Auf fünf Hektar hat er hauptsächlich Tannen auf seinem Gelände. Etwa alle zwei Jahre pflanzt er rund 10.000 neue Bäume. Von den Bäumen, die er setzt, werden rund 60 Prozent bei guter Pflege auch zu Christbäumen. „Christbäume bedeuten Arbeit das ganze Jahr über, nicht nur in der Verkaufszeit“, sagt Egger junior. Die jungen Bäume werden im Alter von vier Jahren von uns Christbaumbauern gesetzt. Für ein gleichmäßiges Wachstum müssen sie von Unkraut befreit werden. Nach Frost und Schädlingsfraß muss man sie in Höhe und Breite korrigieren. Nach etwa zwölf Jahren hat der Christbaum eine Höhe von 1,70 Metern erreicht. Je nach Pflanzung wachsen pro Hektar rund 6.000 bis 7.000 Bäume.

„Der Christbaum ist für die Salzburger Bauern eine sehr gute Nische, die der eine oder andere sicherlich nutzen kann“, sagt LK-Präsident Franz Eßl. „Ein frischer Baum ist schon für viele Salzburger wichtig, genauso wie kurze Produktwege. Damit können die Bauern punkten, denn ihre Bäume sind nachhaltig produziert und natürlich auch frisch. Ganz einfach ist die Christbaumkultur allerdings nicht.“

Neues Gütesiegel für die Salzburger Bäume

Mit einer neuen Schleife kennzeichnen die Salzburger Christbaumbauern seit heuer ihre Bäume. Wer Mitglied in der ARGE Christbaum ist, der befestigt an seinen Bäumchen eine Schleife. An ihr erkennt der Konsument den heimischen Baum mit kontrollierter Herkunft. Stabil sind auch die Preise für diese Bäume. „Wir haben in Salzburg auch Bauern, die nicht der ARGE Christbaum angehören und ihre Bäume verkaufen. Am besten ist einfach immer, man spricht mit dem Verkäufer und sagt nach der Herkunft der Bäume“, sagt Eßl.

Das Gespräch und die persönliche Verbindung mit dem Verkäufer sind auch Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes, wichtig. „Wenn man einen heimischen Christbaum kauft, dann weiß man, woher er kommt. Man kann ihm beim Wachsen zusehen, man kann ihn selbst schneiden und so dem Christkind ein bisschen helfen. Und vor allem bekommt man, wenn einem der Christbaumbauer dann frohe Weihnachen wünscht, einen Händedruck von Herzen statt eines Kassenzettels von der Stange.“

Heimische Bäume sind frisch und behalten bis lange nach Weihnachten ihre Nadeln. Zwei Tipps: Wenn man den Baum schüttelt und er verliert grüne Nadeln, dann ist er nicht frisch. Wenn man von einem frischen Baum ein Stückchen Rinde abkratzt, ist er darunter noch feucht.

Im Durchschnitt ist ein Baum von den Christbaumbauern 1,60 Meter groß und für rund 30 Euro erhältlich. Die beliebtesten Kauftage sind die drei Tage vor Weihnachten. Dies passt heuer besonders gut zur Mondphase, denn dem Christbaum, der kurz vor Vollmond geschnitten wird, sagt man eine sehr lange Haltbarkeit nach.

Strohsterne und glänzende Engelchen

Die Natur spielt heuer auch beim Schmuck eine große Rolle. Ganz vorne im Trend liegen Strohsterne, Kerzen aus Bienenwachs, Walnüsse und Weihnachtsäpfel. Genauso beliebt ist auch Retroschmuck mit ein bisschen mehr Details. Kleine Vögel mit Federn zum Aufklemmen und glänzende Engelchen wollen diese Weihnachten über Geschenke wachen. Der Trend bei den Christbäumen selbst ist nicht besonders schnelllebig. Das geht auch gar nicht, denn die Bäume brauchen zum Wachsen mehr Zeit, als Trends für gewöhnlich überleben. „Je nach Größe, aber fünf bis zehn Jahre müssen die Bäume wachsen“, sagt Gottfried Schatteiner, der die Salzburger Christbaumbauern bei der Landwirtschaftskammer Salzburg betreut. „Aber eine Entwicklung hin zu wieder größeren Bäumen können wir schon feststellen.“ Alle Informationen über die ARGE Christbaum und die Salzburger Christbaumbauern gibt es auf www.christbaum.at.

Kontakt: Ulrike Grabler, Tel. 0662/870571-206, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!